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Matthias
Stöckl (2*) |
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hab ich immer das Gefühl was zu verpassen, wenn
ich zu Hause bleib. Da sind die Abende mit guten Freunden,
mal feucht-fröhlich, mal tiefphilosophisch, am
Lagerfeuer oder, wenn einen der Regen mal wieder vertrieben
hat, dichtgedrängt im Kofferraum. Und dann gibt
es da noch dieses Glücksgefühl. Man besichtigt
eine Stelle, wägt die verschiedenen Vor- und Nachteile
der verschiedenen Linien ab, setzt sich ins Boot, kommt
an die Abrisskante, zieht am Stock, fliegt und kriegt
das Grinsen einfach nicht mehr aus dem Gesicht. |
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Wenn ich nicht beim Bootfahren bin gibt es eine Reihe weiterer
Dinge, die ich mache. In erster Linie studiere ich an der
FH in Regensburg Mathematik. Ich hoffe immer, dass es hilft
die Welt zu erklären, aber bisher scheitere ich grandios.
Spaß macht's aber trotzdem. Sonst geh ich noch ab und
an Klettern und wenn der Winter Minuspegel bringt, schnall
ich mir am liebsten Ski unter die Füße um damit
die Gipfel der Alpen zu besteigen.
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Meine
Lieblingspaddelgegenden teile ich vermutlich mit vielen
Leuten. Das Tessin und Norwegen zählen schließlich
nicht ohne Grund zu den bekanntesten und meist bereisten
Revieren in Europa.
Den Spitzenplatz auf meiner Favoritenliste nimmt jedoch
das relativ wenig bepaddelte Patagonien südlich
des Rio Futaleufu ein.
Gerade weil es da nicht so viele Straßen gibt
und die meisten Flüsse zuerst zu Fuß bezwungen
werden müssen, hat man am Abend wirklich das Gefühl,
etwas erlebt zu haben. Auch die Verhandlungen mit den
dortigen Pferdebesitzern über Bootstransporte und
die schrägen Typen, die man dabei trifft, sind
Erfahrungen, die man zuhause eher selten macht.
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| In
der nahen Zukunft steht zunächst die weitere Erkundung
der Wildwasser in den Alpen an, aber auch Russland und die
Türkei locken mit Versprechungen
von wunderschönen Bächen und der Möglichkeit,
ein Leben außerhalb der mitteleuropäischen Erste-Welt-Standards
zu erfahren. |
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Zum
Noce fällt mir in diesem Zusammenhang bloß ein,
dass es im Stausee ungefähr so schmutzig ist, wie man
es in Dritte-Welt-Ländern vielleicht erwarten würde.
Ansonsten find ich es da ja ganz nett, aber zu meinen Lieblingsgebieten
zählt er jetzt auch nicht.
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Aber eigentlich geht es ja doch nur darum, dass eine richtige
Brotzeit nie so gut schmeckt wie direkt nach dem Bootfahren.
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(2*)
Interview vom September 2000 mit Matthias Stöckl
hier
Fotografen:
Sebastian Gründler (Portraits, Noce, Vermigliana,
Brotzeit)
Hannes Langer (Futaleufu)
Interview:
Sebastian Gründler |
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(Page released November 2005)
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