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Matthias Stöckl (2*)
Irgendwie hab ich immer das Gefühl was zu verpassen, wenn ich zu Hause bleib. Da sind die Abende mit guten Freunden, mal feucht-fröhlich, mal tiefphilosophisch, am Lagerfeuer oder, wenn einen der Regen mal wieder vertrieben hat, dichtgedrängt im Kofferraum. Und dann gibt es da noch dieses Glücksgefühl. Man besichtigt eine Stelle, wägt die verschiedenen Vor- und Nachteile der verschiedenen Linien ab, setzt sich ins Boot, kommt an die Abrisskante, zieht am Stock, fliegt und kriegt das Grinsen einfach nicht mehr aus dem Gesicht.   

Foto: Sebastian Gruendler
 
Noce; Almut Sohn, Markus Leppänen und Matthias Stöckl. Foto: Sebastian Gründler

Wenn ich nicht beim Bootfahren bin gibt es eine Reihe weiterer Dinge, die ich mache. In erster Linie studiere ich an der FH in Regensburg Mathematik. Ich hoffe immer, dass es hilft die Welt zu erklären, aber bisher scheitere ich grandios. Spaß macht's aber trotzdem. Sonst geh ich noch ab und an Klettern und wenn der Winter Minuspegel bringt, schnall ich mir am liebsten Ski unter die Füße um damit die Gipfel der Alpen zu besteigen.
 
Futaleufu; Foto: Hannes Langer    Meine Lieblingspaddelgegenden teile ich vermutlich mit vielen Leuten. Das Tessin und Norwegen zählen schließlich nicht ohne Grund zu den bekanntesten und meist bereisten Revieren in Europa.

Den Spitzenplatz auf meiner Favoritenliste nimmt jedoch das relativ wenig bepaddelte Patagonien südlich des Rio Futaleufu ein.

Gerade weil es da nicht so viele Straßen gibt und die meisten Flüsse zuerst zu Fuß bezwungen werden müssen, hat man am Abend wirklich das Gefühl, etwas erlebt zu haben. Auch die Verhandlungen mit den dortigen Pferdebesitzern über Bootstransporte und die schrägen Typen, die man dabei trifft, sind Erfahrungen, die man zuhause eher selten macht.
In der nahen Zukunft steht zunächst die weitere Erkundung der Wildwasser in den Alpen an, aber auch Russland und die Türkei locken mit Versprechungen von wunderschönen Bächen und der Möglichkeit, ein Leben außerhalb der mitteleuropäischen Erste-Welt-Standards zu erfahren.
 
Noce. Foto: Sebastian Gründler
Zum Noce fällt mir in diesem Zusammenhang bloß ein, dass es im Stausee ungefähr so schmutzig ist, wie man es in Dritte-Welt-Ländern vielleicht erwarten würde. Ansonsten find ich es da ja ganz nett, aber zu meinen Lieblingsgebieten zählt er jetzt auch nicht.
 
Foto: Sebastian Gründler

Aber eigentlich geht es ja doch nur darum, dass eine richtige Brotzeit nie so gut schmeckt wie direkt nach dem Bootfahren.
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Interview vom September 2000 mit Matthias Stöckl hier



Fotografen:
Sebastian Gründler (Portraits, Noce, Vermigliana, Brotzeit)
Hannes Langer (Futaleufu)



Interview:
Sebastian Gründler
  
Vermigliana. Foto: Sebastian Gründler

(Page released November 2005)

 
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